Reinheit
Bis zum letzten Tropfen

In jeder Stunde liefert die AVU rund eine Million Liter Trinkwasser in die Haushalte der Region. Für die HOHE QUALITÄT ist Henrike Kreft verantwortlich, zusammen mit ihren sechs Mitarbeitern.

 

Frau Kreft, Sie leiten das Wasserlabor. Heißt das, Sie schauen den ganzen Tag durchs Mikroskop?
Nein, glücklicherweise nicht! Jeder im Team fährt auch raus, um Proben zu nehmen, die wir dann hier im Labor kontrollieren. 

Wo werden diese Proben genommen? 
Wir testen das Rohwasser, das später zum Trinkwasser wird, an vielen Punkten. Auch schon, bevor es in die Talsperre gelangt, also an den Zuflüssen der Ennepe. Dann natürlich die Talsperre selbst und im Wasserwerk täglich jede einzelne
Aufbereitungsstufe. Schließlich nehmen wir auch regelmäßig Proben aus dem Verteilnetz. Wir wollen ganz sichergehen, dass nicht beispielsweise durch einen Leitungsschaden verunreinigtes Wasser beim Verbraucher ankommt.

Nach welchen Gesichtspunkten untersuchen Sie die Proben denn?
Es gibt verschiedene mikrobiologische Parameter, die wir testen. Alle sind wichtig für die hohe Wasserqualität. 

Aus welchen Gründen könnte sich die Qualität verschlechtern?
Praktisch kommen Auffälligkeiten extrem selten vor. Das möchte ich  vorwegnehmen. Theoretisch wäre es zum Beispiel möglich, dass sich die Ammoniakwerte in den Zuflüssen erhöhen, weil die Landwirtschaft nicht sorgsam genug gedüngt hat. Das kommt in unserer Region durch die Kooperation der AVU mit der Landwirtschaft aber glücklicherweise nicht vor. Es könnte auch zu schlechteren Werten des Rohwassers kommen, wenn viele Medikamente über die Kanalisation entsorgt werden. Auch neue Wasserleitungen werden vor der Einbindung in das Versorgungsnetz mikrobiologisch untersucht.

  

 

 

 

   Henrike Kreft nimmt
   Wasserproben und
   untersucht sie später
   im Labor. Auffälligkeiten
   sind selten.

 

Jeder Nutzer kann also zur Trinkwasser-  Qualität beitragen? 
Indirekt schon. Natürlich entfernen wir Schadstoffe, bevor das Wasser zum Verbraucher gelangt, aber der Aufwand ist dann erheblich höher. Das ist auch der Grund, weswegen die Trinkwassertalsperren nicht für Wassersport und Ähnliches genutzt werden dürfen. Wasser ist sehr empfindlich. Zum Beispiel  austretendes Öl aus einem Motorboot würde zu erheblichen Verunreinigungen führen.
Betreiber von öffentlichen Gebäuden haben unter bestimmten Umständen die Pflicht, das Trinkwasser in ihrer Anlage regelmäßig testen zu lassen.

Fällt das auch in Ihre Zuständigkeit?
Das ist tatsächlich eine Dienstleistung, die wir anbieten. Wir sind ein akkreditiertes Labor und dürfen diese Kontrollen durchführen. Dabei geht es vor allem darum, zu prüfen, ob Legionellen vorhanden sind. Das sind Bakterien, die im Wasser leben und beim Menschen verschiedene Krankheitsbilder verursachen können. Das reicht von leichten Grippesymptomen bis hin zu einer
schweren Lungenentzündung. Die Betreiber der Gebäude können die Experten aus unserem Team für die Wasseranalyse buchen. 

Macht so etwa auch für Privatpersonen Sinn?
Das ist in der Regel nicht nötig. Wer aber unsicher ist, ob das Wasser in seinem Haus in Ordnung ist, kann sich auch an uns wenden. Als Dienstleistung bieten wir eine Probe vor Ort an.