Smart Meter - Zähler, die mitdenken

Energie aus Wind, Sonne und Wasser spielt eine immer größere Rolle bei unserer Stromversorgung. Die Energiewende, die gerade für den Klimschutz besonders wichtig ist, stellt unsere Energieversorgung und die Strukturen der Verteilnetze vor neue Herausforderungen. Mit digitalen Stromzählern, sogenannten Smart Metern, lassen sich schwankende Energiemengen aus Sonne und Wind besser in das Stromnetz integrieren.

Die digitalen Zähler werden jetzt die analogen Stromzähler ersetzen: Im Sommer 2018 hat der Einbau begonnen und im Jahr 2032 abgeschlossen sein. Bei Neubauten und vollsanierten Gebäuden hat die AVU Netz GmbH  bereits die elektronischen Stromzähler installiert, die zu Smart Meter ausgebaut werden können. Jetzt beginnt nach und nach der flächendeckende Einbau der intelligenten Messsysteme.

Wir begleiten Sie auf diesem Weg in die digitale Zukunft der Energieversorgung! 
Den passenden Tarif
variostrom bekommen Sie natürlich auch. Er hilft Ihnen, Ihren Strompreis selbst zu bestimmen und die Umwelt aktiv zu schonen.

Der gesetzliche Hintergrund

Geregelt wird der Umstieg auf die digitalen Stromzähler durch das  „Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende“. Das Gesetz umfasst Bestimmungen zu Datensicherheit, Datentransfer und Datenspeicherung. Zudem regelt es den Einbauzeitpunkt, der vom Stromverbrauch abhängig ist.

Umrüstung auf digitale Zähler

Welches Gerät bei Ihnen eingebaut wird, richtet sich nach dem durchschnittlichen Stromverbrauch der letzten drei Jahre:

  • Lag Ihr Stromverbrauch bei bis zu 6.000 Kilowattstunden (kWh/Jahr) erhalten Sie eine moderne Messeinrichtung (mME).
  • Bei Kunden, die mehr als 6.000 kWh/Jahr verbrauchen, wird ein intelligentes Messsystem inkl. Gateway (iMsys) eingebaut.

Sie müssen sich dafür um nichts kümmern. Die AVU Netz GmbH als "grundzuständige Messstellenbetreiber " wird Sie frühzeitig darüber informieren, wann Ihr Zähler für den Wechsel vorgesehen ist.

Die beiden Zählermodelle im Detail

    Beispielansicht einer
    "modernen Messeinrichtung" (mME)
     bei bis zu 6.000 kWh/Jahr

      Beispielansicht eines
      "Intelligenten Messsystems"
       inkl. Gateway (iMsys; blauer Aufsatz))
       ab 6.000 kWh/Jahr

Häufig gestellte Fragen zum  Einbau dieser intelligenten Messysteme

 Vorteile für Sie und die Energiewende 

Die Verpflichtung zum Einbau von modernen Messeinrichtungen und intelligenten Messsystemen basiert auf dem Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende (Messstellenbetriebsgesetz - MsbG), das im Jahr 2016 verabschiedet wurde.

In Zukunft wird unser Strom zu einem wesentlichen Anteil aus erneuerbaren Energien wetterabhängig erzeugt. Um darauf flexibel reagieren zu können, werden jederzeit aktuelle Informationen über die Erzeugungs- und Verbrauchssituationen benötigt.

Smart Meter bilden dafür eine sichere und standardisierte technische Grundlage. Sie ermöglichen den Ausbau und Betrieb eines intelligenten Stromnetzes, dem so genannten „Smart Grid“.

Der Anteil erneuerbarer Energie hat in Deutschland in den vergangenen Jahren stetig zugenommen. Wind und Sonne erzeugen dabei den größten Teil des sauberen Stroms. Doch die produzierte Strommenge unterliegt naturgemäß Schwankungen. Intelligente Messsysteme helfen dabei, Angebot und Nachfrage der Energie stetig aufeinander abzustimmen. Und da der Kohleausstieg nur durch den weiteren Ausbau von erneuerbaren Energien bewältigt werden kann, werden intelligente Messsysteme in Zukunft umso wichtiger.

Modernen Messeinrichtung: Sie hilft Ihnen dabei, am Gerät detailliertere Informationen zu Ihrem Stromverbrauch ablesen zu können. Die digitalen Zähler bieten Ihnen eine Möglichkeit, die Energieverbrauchswerte tages-, wochen-, monats- oder jahresbezogen anzuzeigen. Sie profitieren also von einer transparenteren Darstellung Ihres Stromverbrauchs. Die Daten werden hier aber nicht übertragen.

Intelligente Messsysteme: 

  • Zählerstand automatisiert übermitteln: Ihr Zählerstand wird digital erfasst und automatisch verschlüsselt an den Netzbetreiber übertragen. Es muss kein Ableser mehr zu Ihnen kommen und Sie müssen Ihren Zählerstand nicht mehr selbst ablesen.
  • Energiesparpotentiale entdecken: Ihr Stromverbrauch erscheint Ihnen zu hoch? Die Verbrauchsvisualisierung  zeigt Ihnen zu welchen Zeiten besonders viel Strom verbraucht wurde und hilt Ihnen, dagegen zu steuern.

Technische Informationen

Mit „Smart Meter“ wird umgangssprachlich der digitale Stromzähler selbst bezeichnet. Unter Smart Metering versteht man das Erfassen von Stromverbrauchsdaten mit einem digitalen Stromzähler. Dabei  unterscheidet man zwischen modernen Messeinrichtungen (mME) und intelligenten Messsystemen (iMSys).

Ein Smart Meter Gateway ermöglicht die Übermittlung der Daten, die mit einer modernen Messeinrichtung erfasst werden und übermittelt sie verschlüsselt an einen definierten Administrator, der die Daten in einem sicheren Rechenzentrum verarbeitet.

Es ist also die Kommunikationseinheit eines intelligenten Messsystems.

Zu den Aufgaben des Smart Meter Gateways gehören:

  • Erfassen von Daten
  • Verarbeiten von Daten
  • Verschlüsseln von Daten
  • Versenden von Daten

Bei einem intelligenten Messsystem ist eine moderne Messeinrichtung mit einem Smart Meter Gateway kombiniert. Dadurch ist  es in der Lage, Stromverbrauch in Zeiteinheiten zu messen, zu verarbeiten, zu verschlüsseln und über den jeweiligen Messstellenbetreiber an autorisierte Empfänger (z. B. an die AVU Netz GmbH) zu versenden.

Eine moderne Messeinrichtung (mME) erfasst den Stromverbrauch digital und speichert die tatsächlichen Energieverbrauchswerte der letzten 24 Monate.
Die mME lässt sich um eine Kommunikationseinheit erweitern, das sogenannte Gateway. Mit dieser Ergänzung ist das System in der Lage, die Verbrauchsdaten auf einem sicheren Weg weiterzugeben. In Kombination mit einem Gateway wird aus der modernen Messeinrichtung ein intelligentes Messsystem (iMsys).

Bei intelligenten Messsystemen wird der Zählerstand automatisch digital an den Messstellenbetreiber übermittelt. 

Der grundzuständige Messstellenbetreiber - also hier die AVU Netz GmbH ist für den Einbau und für den Betrieb der modernen Messeinrichtungen, der intelligenten Messsysteme und auch der analogen Stromzähler verantwortlich. In der Regel ist dies der Netzbetreiber vor Ort, also in unserer Region die AVU Netz GmbH. Darüber hinaus gibt es noch wettbewerbliche Messstellenbetreiber.

Einbau und Inbetriebnahme

Die AVU Netz GmbH als grundzuständiger Messstellenbetreiber hier im Ennepe-Ruhr-Kreis teilt Ihnen in einem Informationsschreiben zum Einbau mit, welches Gerät für Sie vorgesehen ist. Dies richtet sich nach dem durchschnittlichen Stromverbrauch der letzten drei Jahre.

In der ersten Einbauphase erhalten Verbraucher mit einem Jahresstromverbrauch bis 6.000 kWh eine moderne Messeinrichtung.

Alle Kunden, die mehr als 6.000 kWh pro Jahr verbrauchen, bekommen in den kommenden Jahren ein intelligentes Messsystem eingebaut.

Genau wie bei den alten konventionellen Stromzähler, fallen für den Betrieb der digitalen Stromzähler Messentgelte an.

Grundsätzlich hat der Verbraucher die Kosten zu tragen, allerdings nur bis zu einer Preisobergrenze, die der Gesetzgeber festgelegt hat. Diese Preisobergrenze beträgt 20 € brutto pro Jahr für moderne Messeinrichtungen - bei AVU Kunden ist dies bereits im Grundpreis enthalten.
Die Preisobergrenzen für intelligente Messsysteme sind nach Jahresverbrauch gestaffelt. Eine Übersicht finden Sie  hier. Mit der Preisobergrenze werden die Kosten für Zähler, Einbau, Ablesung (bei modernen Messeinrichtungen) und Wartung abgedeckt.

Die Höhe des jährlich anfallenden Messentgelts ergibt sich abhängig von Ihrem Verbrauch (und ggfs. der Einspeiseleistung) nach gesetzlich festgelegten Preisobergrenzen:

Letztverbraucher:

Verbrauch [kWh/a]

Gerätetyp

Entgelt [€/Jahr]

bis 6.000

mMe

20,00
Bei AVU Kunden bereits im Grundpreis enthalten

6.000 bis 10.000

iMsys

100,00

10.000 bis 20.000

iMsys

130,00

20.000 bis 50.000

iMsys

170,00

50.000 bis 100.000

iMsys

200,00

größer 100.000

iMsys

auf Anfrage

Anlagen nach § 14a EnWG

iMsys

100,00

 

Erzeugungsanlagen:

Leistung [kW]

Gerätetyp

Entgelt [€/Jahr]

bis 7

mMe

20,00

7 bis 15

iMsys

100,00

15 bis 30

iMsys

130,00

30 bis 100

iMsys

200,00

größer 100

iMsys

auf Anfrage

 

Dieses Entgelt beinhaltet alle Kosten für den Einbau, Betrieb und die Wartung der digitalen Zähler.

Falls der Zählerkasten für den Einbau der neuen Technik umgebaut werden muss, trägt der Anschlussnehmer (der Haus- und Wohnungseigentümer) hierfür die Kosten.

Der Hauseigentümer oder der Wohnungsbesitzer als sogenannte "Anschlussnehmer,"  trägt die Kosten, falls der Zählerschrank im Rahmen der Montage einer modernen Messeinrichtung oder eines intelligenten Messsystems umgebaut werden muss.

Ihre ersten Ansprechpartner rund um das Thema Smart Metering sind unsere Mitarbeiter aus dem Kundenservice. Sie erreichen sie über unsere Servicenummer, per E-Mail oder persönlich in einem unserer sieben AVU-Treffpunkte.

Die AVU Netz GmbH als "grundzuständigen Messstellenbetreiber" im Gebiet der AVUl informiert Sie spätestens drei Monate vor dem Einbau per Post. Der genaue Einbautermin wird Ihnen dann zwei Wochen vorher bekannt gegeben. Für den Fall, dass die Monteure für den Einbau Ihre Wohnung/Ihr Haus betreten müssen, werden Sie ebenfall rechtzeitig benachrichtigt.

Die AVU-Netz GmbH ist im EN-Kreis zuständig für den Einbau moderner Messeinrichtungen und intelligenter Messsysteme.  Außer bei dem Einbau von Smart Meter Gateways werden von der AVU-Netz GmbH teilweise Dienstleister für den Einbau beauftragt. Bitte beachten Sie beim Einbautermin, dass sich die Dienstleister in jedem Fall ausweisen müssen.

Zum Einbautermin, der Ihnen im Ankündigungsschreiben mitgeteilt wird, kommt dieser Dienstleister zu Ihnen nach Hause. Für den Einbau benötigt er einen Zugang zum Zählerschrank.

Im gleichen Zug wird Ihr alter Zähler ausgebaut. Der Zählerstand wird selbstverständlich dokumentiert und Sie finden ihn auf Ihrer nächsten Rechnung wieder.

Dauer des Einbaus: Der Einbau selber dauert - wenn keine Umbaumaßnahmen am Zählerschrank durchgeführt werden müssen - zwischen 15 und 30 Minuten.

Nein. Der Einbau der modernen Messeinrichtungen und der intelligenten Messsysteme hat keine Auswirkungen auf Ihren Stromtarif.

Wir haben aber für Sie den passenden Tarif variostrom parat. Er hilft Ihnen, Ihren Strompreis selbst zu bestimmen und die Umwelt aktiv zu schonen.

Datenschutz

Sowohl die AVU Netz GmbH als Ihr Messstellenbetreiber, als auch die beim Smart Metering eingesetzte Software und Hardware haben sehr hohe Anforderungen des Gesetzgeber zu erfüllen. Die Einhaltung dieser Anforderungen muss dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) einmal pro Jahr im Rahmen einer Auditierung nachgewiesen werden.

Weitere Informationen zu den technischen und gesetzlichen Hintergründen, finden Sie auf den Seiten des BSI.

Die Übermittlung an den Messstellenbetreiber - also die AVU-Netz GmbH - über ein intelligentes Messsystem erfolgt grundsätzlich nur für energiewirtschaftlich zwingend notwendige Anwendungsfälle, beispielsweise zur Erstellung Ihrer Abrechnung.

Der Messstellenbetreiber also die AVU Netz GmbH ist dazu verpflichtet, den notwendigen Datenverkehr in Form von Datenblättern zu erläutern.

Modernen Messeinrichtungen und intelligente Messsysteme erheben Daten zum Stromverbrauch. Bei einem intelligenten Messsystem werden die Daten standardmäßig alle 15 Minuten erfasst und an den Messstellenbetreiber übertragen. Bei einer modernen Messeinrichtung werden Tageswerte erfasst, diese werden aber nicht übertragen.

Weniger Energie für gleichen Komfort

Der digitale Zähler ist ein Baustein – neben Energieberatung und Förderprogrammen für energetische Sanierungen – um eine höhere Energieeffizienz zu erreichen, wie es die Europäische Union mit der Richtlinie über Energieeffizienz und Energiedienstleistungen vorschreibt. Die EU-Mitgliedstaaten sind aufgefordert, dem Verbraucher ein energieeffizienteres Verhalten zu ermöglichen. Voraussetzung dafür ist das sogenannte Smart Metering, das intelligente Messen. Die neue Generation der digitalen Zähler erfüllt die entsprechenden Anforderungen. Die Geräte können mit dem Internet verbunden werden und dann die Verbrauchsdaten regelmäßig an den Energieversorger senden. 

Genauere Prognosen für die Produktion

Auch für den Energieversorger sind diese Daten von Vorteil. Durch die Kenntnis des tagesgenauen Verbrauchsverhaltens kann er den Stromeinkauf besser planen. Nach der flächendeckenden Einführung kann auch die Verwaltungsarbeit sinken. So müssen die Ableser nicht mehr in die Häuser zu den Zählern, da die Daten digital übermittelt werden. In Zukunft wird es dem Energieversorger sogar möglich seinTarifmodelle anzubieten, die sich nach der Tageszeit richten. So könnte es günstiger ausfallen, die Waschmaschine nachts oder am Nachmittag laufen zu lassen, da die Kilowattstunde zu dieser Tageszeit deutlich günstiger ausfällt, als zur Spitzenzeit am Morgen. 

AVU ist bereits aktiv

Und natürlich baut die AVU Netz GmbH bereits bei Neubauten und vollsanierten Gebäuden die elektronischen Stromzähler ein, die zu Smart Meter ausgebaut werden können. Bei Wasser und Gas gibt es noch keine zeitlichen Vorgaben vom Staat.