Energy Sharing erklärt

Gemeinsam regional erzeugten Solarstrom nutzen

  • Energie
  • Umwelt

05.08.2026

Wenn der Strom aus der Nachbarschaft kommt

Nicht bei jedem ist es möglich, eine Photovoltaikanlage auf dem eigenen Dach zu installieren. Mit Energy Sharing sollen trotzdem alle die Chance bekommen, von regional erzeugtem Solarstrom zu profitieren.

Die Idee ist eigentlich simpel: Mehrere Menschen oder Unternehmen nutzen gemeinsam den Strom aus einer Photovoltaikanlage. Der erzeugte Strom wird über das öffentliche Stromnetz transportiert und den Teilnehmenden rechnerisch zugeordnet. So können auch Mieterinnen und Mieter, Wohnungseigentümer ohne geeignete Dachfläche oder kleinere Unternehmen Strom aus einer regionalen Solaranlage nutzen.

Wer kann Energy Sharing nutzen?

Energy Sharing eignet sich insbesondere für:

  • Privatpersonen ohne eigene Photovoltaikanlage
  • Eigentümer von Wohnungen oder Häusern ohne geeignete Dachfläche
  • kleinere Gewerbebetriebe, Büros oder Ladenlokale
  • Betreiber einer Photovoltaikanlage, die ihren Solarstrom mit anderen teilen möchten
  • alle, die regional erzeugten Solarstrom nutzen und die Energiewende vor Ort unterstützen möchten

Welche Vorteile bietet Energy Sharing?

Energy Sharing ermöglicht es, Strom aus regionalen Photovoltaikanlagen gemeinschaftlich zu nutzen und dadurch den Ausbau erneuerbarer Energien zu unterstützen.

Die wichtigsten Vorteile auf einen Blick:

  • Nutzung von regional erzeugtem Solarstrom
  • Beteiligung an der Energiewende – auch ohne eigenes Dach
  • Gemeinschaftliche Nutzung einer Photovoltaikanlage
  • Stärkung regionaler Energieprojekte
  • Bessere Nutzung lokal erzeugter Energie

Mit Energy Sharing können Bürgerinnen und Bürger gemeinsam erzeugte erneuerbare Energie nutzen. Das Konzept soll die Energiewende vor Ort stärken und Menschen stärker an der Stromerzeugung beteiligen.

So geht Energy Sharing

Die Grundidee ist unkompliziert:

  1. Eine Photovoltaikanlage erzeugt Strom.
  2. Dieser Strom wird einer Gruppe von Teilnehmern – der sogenannten Energy-Sharing-Community – zugeordnet.
  3. Der Strom fließt über das öffentliche Netz zu den Verbrauchern und wird den Teilnehmenden rechnerisch gutgeschrieben.

Energy Sharing bedeutet also nicht, dass der Strom direkt per Leitung von einer Photovoltaikanlage zum Nachbarhaus fließt. Der Strom wird wie bisher über das öffentliche Stromnetz transportiert. Mithilfe intelligenter Messsysteme wird jedoch exakt berechnet, welcher Anteil des Stromverbrauchs aus der gemeinsam genutzten Photovoltaikanlage stammt. So können mehrere Haushalte oder Unternehmen regional erzeugten Solarstrom gemeinsam nutzen.

Vom Gesetz in die Praxis

Seit Juni 2026 gibt es in Deutschland die gesetzlichen Grundlagen für das Energy Sharing. Bis das Modell aber flächendeckend genutzt werden kann, müssen noch zahlreiche technische und organisatorische Voraussetzungen geschaffen werden.

Intelligente Stromzähler sind unverzichtbar
Damit jederzeit genau ermittelt werden kann, wie viel Strom erzeugt und verbraucht wird, benötigen die Betreiber der Photovoltaikanlage und auch alle teilnehmenden Stromkunden ein intelligentes Messsystem (Smart Meter). Diese digitalen Stromzähler erfassen Erzeugung und Verbrauch in kurzen Zeitabständen. Nur so lässt sich der erzeugte Strom jedem Teilnehmer exakt zuordnen und später korrekt abrechnen.

Energy Sharing ist Teamarbeit.
Damit das Modell funktioniert, arbeiten verschiedene Unternehmen eng zusammen:

  • Netzbetreiber
  • Messstellenbetreiber
  • Stromlieferanten
  • Betreiber der Photovoltaikanlage
  • Direktvermarkter bzw. Energiedienstleister

Zwischen ihnen werden Verbrauchsdaten sicher ausgetauscht, Strommengen berechnet und Abrechnungen erstellt. Die dafür notwendigen Prozesse werden derzeit bundesweit schrittweise aufgebaut und vereinheitlicht.

Zwei Solarteure auf Dach installieren ein Solarmodul

Wirtschaftlichkeit ist wichtig

Auch beim Energy Sharing wird das öffentliche Stromnetz genutzt. Deshalb fallen weiterhin Netzentgelte sowie gesetzlich festgelegte Preisbestandteile an. Hinzu kommen Kosten für Smart Meter, Datenverarbeitung und die Abrechnung.
Ob sich Energy Sharing finanziell lohnt, hängt daher immer vom jeweiligen Projekt und den örtlichen Rahmenbedingungen ab. Es ist nicht automatisch günstiger als ein klassischer Stromtarif.

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) sehen in Energy Sharing großes Potenzial für die Energiewende. Gleichzeitig betonen sie, dass noch weitere technische Standards und praxistaugliche Prozesse notwendig sind, damit sich das Modell flächendeckend etablieren kann.

Energy Sharing in der Region

Die gesetzlichen Grundlagen für Energy Sharing sind geschaffen. Nun werden die technischen Prozesse Schritt für Schritt umgesetzt.

Die AVU Netz hat hierfür bereits ein Antragsformular entwickelt. Damit können die notwendigen Voraussetzungen geschaffen werden, um Energy Sharing künftig in der Region umzusetzen.

Gut zu wissen

Energy Sharing bedeutet nicht, dass der Strom direkt per Leitung von einer Photovoltaikanlage zum Haus des Nachbarn fließt. Der Strom wird über das öffentliche Stromnetz transportiert. Mit der Hilfe intelligenter Messsysteme wird jedoch exakt berechnet, welcher Anteil des Stromverbrauchs aus der gemeinsam genutzten Photovoltaikanlage stammt. So können mehrere Haushalte oder Unternehmen regional erzeugten Solarstrom gemeinsam nutzen.

Auch interessant

Weitere Artikel zu dem Thema

12.08.2026

Wasser sparen bei Hitze: So geht's einfach im Alltag

22.03.2026

Waschen, Spülen und Energie sparen

Junge Frau lehnt entspannt an einem Elektroauto, das an einer Ladestation angeschlossen ist. Im Hintergrund stehen Windräder in einer ländlichen Landschaft.

16.03.2026

Solarstrom für das E-Auto

09.02.2026

Solardach für Mehrzwecksportfeld

29.01.2026

Deutliche Strompreissenkung

Gerne helfen wir Ihnen!

Starten Sie den Chat und chatten Sie mit unserer digitalen Assistentin Julia.

Unser Chatbot Julia hilft Ihnen bei einer Vielzahl von Fragen weiter.

Detaillierte Informationen zur Verarbeitung Ihrer Daten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.