Von Hühnerstall bis Trainingsplatz

Die Gewinner der AVU-Krone 2026

  • Heimatvorteil

26.08.2026

15 Projekte, 15 Ideen, die die Krone verdient haben

Von Schulhühnern mit, die Rundum-Service genießen über Musik, die Menschen zusammenbringt, bis zum Treffpunkt fürs ganze Dorf: Die Gewinner der AVU-Krone 2026 zeigen einmal mehr, wie vielfältig und einfallsreich Engagement im Ennepe-Ruhr-Kreis ist.

Was braucht es, um in der Gesellschaft etwas zu bewegen? Manchmal ein Mikrofon. Manchmal ein paar Trainingsanzüge. Einen barrierefreien Werkraum. Oder einfach Menschen, die sagen: Wir wuppen das jetzt.

Genau solche Ideen haben die Jury bei der AVU-Krone 2026 überzeugt. In den Kategorien Schule, Kultur & Soziales sowie Sport werden 15 Projekte mit jeweils 2.000 Euro unterstützt. Und hinter jedem Gewinnerteam steckt eine Geschichte, die wir erzählen wollen.

Wenn Hühner Schule machen

An der Grundschule Volmarstein dreht sich vieles um die Schulhühner – und die bekommen jetzt ein echtes Upgrade. Neuer Stall, Podest, automatische Hühnerklappe, Futterautomat und sogar eine Kamera sollen künftig für mehr Hühner-Komfort sorgen. Für die Kinder bedeutet das vor allem eines: Verantwortung übernehmen, sich kümmern und gemeinsam erleben, was es heißt, für Tiere da zu sein.

Auch am Märkischen Gymnasium Schwelm steht die Gemeinschaft im Mittelpunkt – allerdings mit musikalischem Taktgefühl. Das Orchester möchte junge Talente aus der gesamten Region zusammenbringen. Ob Klassik, Musical, Film-, Rock- oder Popmusik: Bei zwei Konzerten im Jahr soll Musik nicht nur gut klingen, sondern auch Rücksichtnahme, Empathie und Gemeinschaft fördern.

Im Werner-Richard-Berufskolleg in Wetter wird Inklusion ganz praktisch. Ein barrierefreier Waschplatz und höhenverstellbare Werktische sollen den Werkraum für Schülerinnen und Schüler mit Handicap besser zugänglich machen. So soll aus einem Raum zum Arbeiten ein Ort werden, an dem alle ohne Einschränkungen kreativ werden können.

An der Grundschule Büttenberg geht es um etwas ganz Persönliches: den eigenen Körper und die eigenen Grenzen. Das Präventionsprojekt „Mein Körper gehört mir!“ soll Kinder darin stärken, ihre Gefühle wahrzunehmen, Grenzen zu setzen und selbstbewusst „Nein“ zu sagen. Damit diese wichtigen Denkanstöße nachhaltig wirken, soll das Projekt regelmäßig wiederholt werden.

Die Städtische Realschule Gevelsberg befasst sich mit einem Thema, über das häufig geschwiegen wird: Mobbing, Gewalt und Ausgrenzung. Bei „UNMUTE: Deine Stimme zählt“ wollen Schülerinnen und Schüler der 9d und 10d mit Kunst, Musik, digitalen Medien und persönlichen Geschichten zeigen, was hinter dem Offensichtlichen steckt. Ein Themenabend soll zum Hinschauen und Handeln ermutigen.

Hinschauen, helfen und zusammenbringen

Auch bei der Lichtschmiede e. V. in Gevelsberg geht es darum, Menschen nicht aus dem Blick zu verlieren. Der Verein packt „Sommerrucksäcke für Obdachlose“ mit Wasser, Sonnenschutz, Kühlung und weiteren wichtigen Dingen des täglichen Lebens. Bei ihren abendlichen Touren werden die Rucksäcke direkt an Menschen ohne festen Wohnsitz verteilt – Hilfe, die ankommt.

Auch die Alzheimer Gesellschaft Hattingen bringt Menschen zusammen – bei gemeinsamen Ausflügen in die Natur. Menschen mit beginnender Demenz und ihre Partner können dabei neue Eindrücke sammeln, sich bewegen und vor allem miteinander unterwegs sein.

Im Waldwerk e. V. in Gevelsberg wird der Garten zum Lern- und Begegnungsort. Kinder säen, pflegen, ernten und kochen gemeinsam. Beim Erntefest wird aus dem eigenen Gemüse ein gemeinsames Erlebnis – inklusive Rezeptsammlung und Austausch.

Der Heimatverein Wetter e. V. hält mit seinem kostenlosen „Wetter-Bericht“ Geschichte und Geschichten aus der Stadt Wetter lebendig. Regelmäßig kommen Informationen über Vergangenes, Aktuelles und das Vereinsleben zu den Menschen. Denn: Was gestern war, erzählt viel darüber, wer wir heute sind.

Bei den Gospelsisters-Haßlinghausen e. V. geht es um den richtigen Ton: Neue Lautsprecher und Mikrofone sollen dafür sorgen, dass die Sängerinnen bei ihren Auftritten, unter anderem in sozialen Einrichtungen, besser hörbar sind. Das Ziel: Aus dem gemeinsamem Singen soll ein noch schöneres Erlebnis für alle werden, die zuhören.

Teamgeist kennt keine Altersgrenze

Beim TSV Ennepetal verbindet Fußball Menschen weit über den Sportplatz hinaus. Besonders in der tamilischen Community ist der Verein aktiv und deutschlandweit bekannt. Mit Angeboten für Damen, Junioren und verschiedene Altersklassen steht dabei vor allem eines im Mittelpunkt: gemeinsam Sport machen und Gemeinschaft erleben.

Die DJK Märkisch Hattingen 1925 e. V. richtet den Blick auf diejenigen, die sonst am Spielfeldrand stehen: Trainerinnen, Trainer und Übungsleitende. Neue Trainingsanzüge sind ein Dankeschön für das Team hinter dem Team.

Bei der Spvg. Schwarz-Weiß Breckerfeld 1928 e. V. bekommt der Nachwuchs neue Trikots und Trainingsmaterial. Denn Teamgeist, Fairness und Spaß am Vereinsleben gehören für die jungen Sportlerinnen und Sportler einfach zusammen.

Die Sportsfreunde Niederwenigern 1924 e. V. haben längst mehr als Fußball im Kopf. Mit viel Eigenleistung ist ein Treffpunkt für das ganze Dorf entstanden. Ein moderner Cateringbereich und neue Sitzgelegenheiten machen ihn jetzt noch attraktiver – für Begegnungen von Jung bis Alt.

Und die Turngemeinschaft Rote Erde Schwelm sorgt dafür, dass auch ältere Menschen gemeinsam unterwegs bleiben können. Ausflüge mit kleinen Reisebussen führen unter anderem zur Landesgartenschau, an den Rhein oder zur Burg Altena. Denn gemeinsam etwas erleben zu können, ist in jedem Alter wichtig.

Bilder: IStock – martinedoucet ; Landwirtschaft; AndreyPopov

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